Story · 06.09.2026
LSE 2024: Früh erkennen, was morgen relevant wird
Wie frühe Impulse aus der internationalen KI-Debatte in die Weiterbildung bei PARDUS einfließen
Von Pardus RedaktionWissen beginnt dort, wo neue Fragen entstehen
Technologische Entwicklungen werden selten erst dann relevant, wenn sie in der breiten Öffentlichkeit angekommen sind. Viele der entscheidenden Fragen entstehen deutlich früher – in Forschung, Wissenschaft und spezialisierten Fachdebatten. Bereits Ende 2024 befasste sich Prof. Dr. Ado Ampofo mit Fragestellungen, die heute zu den richtungsweisenden Themen der internationalen KI-Debatte zählen. Am 3. Dezember 2024 nahm er an der London School of Economics and Political Science an der Veranstaltung „The Edge of Sentience: Risk and Precaution in Humans, Other Animals, and AI“ mit Prof. Jonathan Birch teil. Im Mittelpunkt standen Fragen, die damals noch stark philosophisch und vorsorgeorientiert diskutiert wurden: Wie sollen wir mit künstlichen Systemen umgehen, wenn ihre Fähigkeiten, ihre inneren Zustände und mögliche Formen von Autonomie nicht mehr eindeutig beurteilt werden können? Welche Kriterien eignen sich überhaupt, um fortgeschrittene künstliche Systeme einzuordnen? Und wie sollte mit Unsicherheit umgegangen werden, bevor wissenschaftliche Gewissheit besteht? Birchs Überlegungen zu Sentience, Vorsorge und den Grenzen unserer Beurteilungsfähigkeit berührten damit ein Themenfeld, das bereits 2024 weit über eine rein theoretische Debatte hinauswies. Schon zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass künstliche Systeme zunehmend komplexere Aufgabenketten bearbeiten, Werkzeuge einsetzen, mehrstufig planen und innerhalb vorgegebener Ziele eigenständig Zwischenschritte entwickeln können. Fragen, die 2024 noch an den Grenzen von Philosophie, Informatik und KI-Forschung diskutiert wurden, erhielten damit eine wachsende technologische Relevanz.
Von Sentience zu Autonomie und AI Safety
Die Debatte des Jahres 2024 ging bereits über die reine Frage hinaus, ob künstliche Systeme jemals als empfindungsfähig betrachtet werden könnten. Im Zentrum standen zunehmend Fragen nach Autonomie, emergentem Verhalten, Kontrollierbarkeit und Sicherheit. Was geschieht, wenn ein System nicht mehr nur auf einzelne Eingaben reagiert, sondern eigenständig Handlungsschritte plant? Wie ist Verhalten zu bewerten, das von Entwicklern nicht unmittelbar vorhergesehen wurde? Und wie unterscheiden wir zwischen einer überzeugenden Simulation menschlicher Eigenschaften und einem System, dessen interne Entscheidungsprozesse zunehmend schwer nachvollziehbar werden? Hinzu kamen Fragestellungen, die bereits 2024 im Umfeld von AI Safety und fortgeschrittenen KI-Systemen diskutiert wurden: Zielerhaltung, unerwartetes Verhalten, Kontrollierbarkeit und die Frage, wie weit Systeme innerhalb gesetzter Rahmenbedingungen eigenständig handeln können. Genau an dieser Schnittstelle trafen sich bereits 2024 Philosophie, Informatik und AI Safety. Die zentrale Frage lautete deshalb nicht mehr nur, was eine KI leisten kann. Entscheidend wurde zunehmend, wie sie handelt, warum sie handelt und in welchem Umfang Menschen ihr Verhalten noch zuverlässig kontrollieren und einordnen können. Für PARDUS sind solche Entwicklungen nicht nur Gegenstand wissenschaftlicher Beobachtung. Prof. Dr. Ado Ampofo prägt die fachliche Ausrichtung und Weiterentwicklung der KI- und Data-Science-Programme von PARDUS. Impulse aus internationalen wissenschaftlichen Debatten fließen dabei in die Konzeption der Bildungsangebote ein und werden dort mit den Anforderungen beruflicher Praxis verbunden.
Von der Debatte in die PARDUS Weiterbildung
Für PARDUS steht diese frühe Auseinandersetzung exemplarisch für einen Anspruch, technologische Entwicklungen nicht erst dann aufzugreifen, wenn sie zum Mainstream werden, sondern relevante Fragestellungen dort zu beobachten und einzuordnen, wo die Debatten von morgen entstehen. Dieser Anspruch prägt auch die inhaltliche Ausrichtung der Weiterbildungen von PARDUS. In Bildungsangeboten rund um Datenanalyse, Künstliche Intelligenz, Machine Learning und neuronale Netze geht es deshalb nicht allein darum, Werkzeuge zu bedienen oder Modelle technisch umzusetzen. Teilnehmer sollen verstehen, wie KI-Systeme funktionieren, wo ihre Grenzen liegen und welche Anforderungen sich aus leistungsfähigeren und zunehmend autonomen Systemen ergeben können. Fragen nach Modellverhalten, Nachvollziehbarkeit, Sicherheit, Autonomie und verantwortlichem Einsatz bilden deshalb einen wichtigen Bestandteil moderner KI-Kompetenz. Das gilt sowohl für vertiefende Weiterbildungen in Datenanalyse und Künstlicher Intelligenz als auch für kompaktere Formate, in denen technologische Entwicklungen aus Management- und Anwendungsperspektive eingeordnet werden. Technisches Verständnis und praktische Anwendung müssen dabei mit der Fähigkeit verbunden werden, neue Entwicklungen fundiert zu beurteilen. Für PARDUS bedeutet Weiterbildung deshalb mehr als reine Tool-Kompetenz. Es geht darum, technologische Entwicklungen im Zusammenhang zu verstehen, aktuelle Fragestellungen frühzeitig einzuordnen und Menschen darauf vorzubereiten, mit Veränderungen umzugehen, die den beruflichen Umgang mit Künstlicher Intelligenz zunehmend prägen. Wissen. Einordnung. Zukunft. PARDUS – Weiterbildung dort, wo die Fragen von morgen entstehen.
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